Grippeimpfung für medizinisches Personal

Die echte Grippe (Influenza) ist keine einfache Erkältungskrankheit („grippaler Infekt“), sondern eine ernstzunehmende Infektion, die durch Influenzaviren verursacht wird. Etwa ein bis vier Tage nach der Ansteckung erkranken zwei Drittel der Infizierten an einer Grippe; ein Drittel erkrankt nicht, kann aber trotzdem andere Menschen anstecken. Die Erkrankung beginnt bei einem Drittel mit plötzlich auftretendem hohem Fieber, Husten oder Halsschmerzen. Häufig wird dieses begleitet von einem starken Krankheitsgefühl, sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Die Grippeimpfung für medizinisches Personal beugt dem vor.



Grippeimpfung schützt medizinisches Personal und Patienten

Medizinisches und pflegerisches Personal hat durch den häufigen Kontakt mit Patienten und Angehörigen ein erhöhtes Risiko, selbst an Grippe zu erkranken. Darüber hinaus besteht durch die Arbeit Kontakt zu vielen besonders gefährdeten Personen. Diese könnten unbemerkt angesteckt werden, weil die Grippe möglicherweise nur leicht verläuft oder keine typischen Krankheitszeichen auftreten. Eine Grippeimpfung des medizinischen Personals senkt das Risiko einer Grippeerkrankung und einer -ansteckung anderer deutlich.

Gerade kranke oder immungeschwächte Personen sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen haben bei Grippe ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Komplikationen – insbesondere für Lungenentzündungen durch bakterielle Superinfektionen. Auch eine Schwangerschaft erhöht das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Zudem gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang zwischen einer Grippeerkrankung und einem Herzinfarkt bzw. einem Schlaganfall besteht. Die Grippe führt zu Entzündungsprozessen im Körper, was bei Vorliegen von anderen Risikofaktoren Herzinfarkte oder Schlaganfälle begünstigen kann. Das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen als Folge einer Grippeerkrankung kann durch die Grippeimpfung gesenkt werden.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung daher sowohl für medizinisches Personal als auch für die Patienten.


Grippeimpfstoff – Effektiv und gut verträglich

Bei einer guten Übereinstimmung der zirkulierenden Influenzaviren mit dem Impfstoff liegt die Effektivität der Grippeimpfung bei gesunden Erwachsenen bei bis zu 60 Prozent. Mit zunehmendem Alter oder bei einem geschwächten Immunsystem kann die Effektivität der Impfung jedoch vermindert sein. Da die Grippeimpfung keinen vollständigen Schutz bietet, sollte bei entsprechenden Grippesymptomen trotz erfolgter Impfung an Grippe gedacht werden, wenn Symptome auftreten.

Die Grippeimpfung ist sicher und gut verträglich. Dies haben wissenschaftliche Studien und langjährige Erfahrung aus der Praxis mit vielen Millionen Menschen gezeigt.

Alle Impfstoffe werden jährlich an die vorherrschenden Virustypen angepasst, sodass ein bestmöglicher Grippeschutz erreicht werden kann. Die sogenannten quadrivalenten Impfstoffe wirken jeweils gegen zwei verschiedene Viruslinien des Influenza-B-Virus und zwei Subtyp(en) des Influenza-A-Virus, die in der kommenden Grippesaison voraussichtlich am häufigsten vorkommen. Die Nutzung quadrivalenter Impfstoffe gegen Grippe wird seit 2018 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.

Impfreaktionen wie Rötungen an der Einstichstelle oder leichte Allgemeinbeschwerden sind möglich. Diese klingen in der Regel innerhalb weniger Tage wieder ab.

Verantwortung übernehmen: Einmal jährlich impfen

Die Grippeimpfung für medizinisches Personal sollte jährlich rechtzeitig vor Beginn der Grippesaison im Oktober oder November vorgenommen werden. Es dauert bis zu 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Selbst zu Beginn und im Verlauf der Grippewelle kann es noch sinnvoll sein, eine Impfung nachzuholen.

Der Aufwand für eine Grippeimpfung ist äußerst gering. Zudem besteht dadurch Grippeschutz nicht nur für das medizinische Personal, sondern auch für die Patienten.Möglicherweise werden in Ihrer Einrichtung spezielle Impftermine angeboten. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber bzw. das betriebsärztliche Personal nach der Impfung gegen Grippe. Für medizinisches Personal werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen.


Weitere Vorbeugungsmaßnahmen

Der Influenzaerreger ist hoch infektiös. Er wird vor allem per Tröpfchen-, aber auch per Schmierinfektion übertragen. Die Gefahr einer Übertragung – bereits vor Auftreten der ersten Symptome – besteht schon bei einem Händedruck. Auf Oberflächen und Gegenständen kann das Virus mehrere Stunden überleben. Neben dem Einhalten der bestehenden Arbeitsschutzrichtlinien können auch einfache Hygienemaßnahmen das Risiko einer Infektion reduzieren. Hierzu gehören beispielsweise regelmäßiges Händewaschen, das Niesen und Husten in ein Papiertaschentuch oder in die Armbeuge sowie das Abstandhalten von erkrankten Personen.