31. März 2020

Mehr Schutz für Neugeborene und Säuglinge

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit Ende März 2020 die Impfung von Schwangeren gegen Keuchhusten. Geimpft werden soll zu Beginn des dritten Schwangerschaftsdrittels (Trimenon). Besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt, sollte die Impfung ins zweite Schwangerschaftsdrittel vorgezogen werden. Die Impfung soll unabhängig vom Abstand zu vorher verabreichten Keuchhusten-Impfungen und in jeder Schwangerschaft erneut erfolgen. 

Besonders in den ersten drei Monaten sind Säuglinge durch Keuchhusten gefährdet: Bei ihnen kommt es häufiger zu schweren Krankheitsverläufen mit Krankenhausaufenthalten oder schlimmstenfalls sogar zum Tod. Die neue Impfempfehlung soll die Zahl der Infektionen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle bei Neugeborenen und Säuglingen verringern.

Durch die Impfung der Mutter gegen Ende der Schwangerschaft ist es möglich, einen Nestschutz für das Kind zu erreichen. Das bedeutet, dass während der Schwangerschaft Schutzstoffe (Antikörper) der Mutter gegen die Krankheit auf das Kind übergehen. Dadurch ist das Neugeborene in den ersten Wochen und Monaten gegen Keuchhusten geschützt. So können schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle vermieden werden, bis das Kind (ab dem Alter von zwei Monaten) selbst geimpft werden kann. 

Keuchhusten-Impfungen (oder -Erkrankungen) vor der Schwangerschaft führen nicht zu diesem wirksamen Nestschutz. Studien zeigten, dass der beste Zeitpunkt zum Impfen einige Wochen vor Ende der Schwangerschaft ist. 

Die Impfung schützt auch die Mutter gegen Keuchhusten.

Inzwischen zeigen viele Studien, dass die Impfung gegen Keuchhusten auch bei Schwangeren sicher und wirksam ist. Die Empfehlung, Frauen in der Schwangerschaft zu impfen, gibt es bereits seit einigen Jahren beispielsweise in England, Wales, den USA und der Schweiz. Es zeigte sich, dass bis zu 90 Prozent der Klinikeinweisungen von Säuglingen unter zwei bzw. drei Monaten verhindert werden konnten. Todesfälle konnten laut einer Kohortenstudie zu 95 Prozent verhindert werden. 

Die bisherige Impfstrategie diente dem Cocooning: Alle Personen im engen Umkreis des Neugeborenen sollten möglichst schon vor der Geburt einen ausreichenden Impfschutz gegen Keuchhusten besitzen. Kinder sollten so in eine geschützte Umgebung geboren werden. Denn die meisten Ansteckungen mit Keuchhusten erfolgen von nahen Kontaktpersonen. Diese Strategie war jedoch nur teilweise erfolgreich. Trotzdem sollten auch weiterhin enge Kontaktpersonen (Großeltern, Freunde, Babysitter etc.) gegen Keuchhusten  geimpft sein.

Die Impfung der Schwangeren schützt die Mutter und das Kind, bevor es selbst geimpft werden kann. Sie wird mit einem Kombinationsimpfstoff durchgeführt, der auch gegen Diphtherie und Tetanus schützt.

Informationen zur Keuchhusten-Impfung bei Schwangeren: