Allgemeine Informationen über Mumps

Mumps ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die durch das Mumps-Virus verursacht wird. Die Erkrankung wird von Mensch zu Mensch zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Auch wenn die meisten Mumps-Erkrankungen ohne Folgen ausheilen, sind schwere Krankheitsverläufe möglich. Im Folgenden finden Sie ausführliche Informationen zur Ansteckung und zu Krankheitsverläufen sowie möglichen Folge-Erkrankungen.

Mit Mumps (umgangssprachlich auch Ziegenpeter genannt) steckt man sich durch das Mumps-Virus an. Das Mumps-Virus wird durch Tröpfchen übertragen. Tröpfchen bilden sich zum Beispiel durch Sprechen, Husten oder Niesen. Selten können Mumps-Viren durch mit Speichel verunreinigte Gegenstände übertragen werden, zum Beispiel durch Geschirr. Von 100 Personen ohne entsprechenden Schutz stecken sich etwa 60 Personen an, wenn sie Kontakt zu einem Erkrankten hatten.

Mumps: Mumps ist extrem ansteckend

Ohne Impfschutz stecken sich etwa 60 von 100 Menschen durch Viruskontakt an (Kontakt zu einer Person, die sich mit Masern angesteckt hat).

  • erkrankt nicht an Mumps
  • erkrankt an Mumps

Erste Krankheitszeichen zeigen sich nach etwa zwei Wochen. Ungefähr einer von drei angesteckten Menschen entwickelt selbst gar keine Krankheitszeichen. Menschen ohne Krankheitszeichen können aber trotzdem andere Menschen mit Mumps anstecken.

Mumps: Entzündung der Ohrspeicheldrüse

7.000 bis 8.000 von 10.000 Mumps-Erkrankten entwickeln eine beidseitige Entzündung der Ohrspeicheldrüse, die drei bis acht Tage andauert.

  • bekommt keine Entzündung der Ohrspeicheldrüse
  • bekommt eine beidseitige Entzündung der Ohrspeicheldrüse

Ungefähr zwei Wochen nach der Ansteckung treten grippeähnliche Beschwerden auf. Die Beschwerden können zum Beispiel Fieber, Husten und Kopfschmerzen sein.
Oft ist die Ohrspeicheldrüse auf der einen Seite oder auf beiden Seiten entzündlich geschwollen.

Die Ohrspeicheldrüse ist die größte Speicheldrüse. Sie liegt vor dem Ohrläppchen und unter dem Wangenknochen im Gesicht.
Ungefähr einer von drei angesteckten Menschen entwickelt keine Beschwerden. Deshalb wird Mumps oft nicht erkannt und für eine harmlose Erkältung gehalten.

Mumps kann auch als schwere Krankheit verlaufen. Bis zu 1.000 von 10.000 Mumps-Erkrankten bekommen eine Hirnhaut-Entzündung. Dabei kann es zu starken Kopfschmerzen, Nackensteife und Erbrechen kommen. Bleibende Schäden sind selten. In seltenen Fällen tritt auch eine Bauchspeicheldrüsen-Entzündung oder eine Entzündung des Hörnervs auf. Wenn sich der Hörnerv während einer Mumps-Erkrankung entzündet, kann das zu bleibenden Hörschäden führen.

Mumps: Hörschäden, Taubheit

Weniger als 1 von 10.000 Mumps-Erkrankten entwickelt einen bleibenden Hörschaden oder Taubheit.

  • bekommt keinen Hörschaden
  • bekommt einen Hörschaden

Je älter Jungen sind, wenn sie Mumps bekommen, desto häufiger kommt es im Rahmen der Erkrankung zu einer Hoden-Entzündung oder Nebenhoden-Entzündung. Dies kommt bei 2.000 bis 3.000 von 10.000 der erkrankten männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor. Das Hodengewebe, in dem die Spermien produziert werden, kann dadurch Schaden nehmen. Unfruchtbarkeit kommt jedoch nur selten vor.

Mumps: Entzündung der Hoden

Bei 2.000 bis 3.000 von 10.000 an Mumps erkrankten männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen entwickelt sich eine Hoden- oder Nebenhoden-Entzündung.

  • bekommt keine Hoden-/Nebenhoden-Entzündung
  • bekommt eine Hoden-/Nebenhoden-Entzündung

Bei Frauen ist eine Entzündung der Brustdrüsen oder der Eierstöcke möglich.

Eine Behandlung gegen das Mumps-Virus gibt es nicht. Die Beschwerden können gelindert werden. Antibiotika helfen nicht, weil Mumps durch Viren ausgelöst wird. Antibiotika helfen nur gegen Bakterien.

Schutz gegen Masern, Mumps und Röteln durch die Impfung

Bei Kontakt mit den Viren ist Ihr Kind nach der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln bestmöglich geschützt

Da Masern, Mumps und Röteln von Mensch zu Mensch übertragen werden, verbreiten sie sich besonders schnell, wenn nur wenige Menschen durch eine Impfung geschützt sind. Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger können sich anstecken. Im besten Fall kann sich die Krankheit überhaupt nicht mehr ausbreiten.

Impfungen senken deutlich das Erkrankungsrisiko. Bei Impfungen ist es allerdings wie bei Medikamenten: Nicht bei allen Personen wirken sie gleich gut. Am Beispiel der Wirksamkeit des Masern-Impfschutzes kann gezeigt werden, dass 5 bis 10 von 100 Geimpften durch die erste Impfung gegen Masern nicht ausreichend geschützt sind. Durch die zweite Impfung bauen bis zu 99 von 100 Personen einen Impfschutz gegen Masern auf.
Daher sind für Kinder und Jugendliche zwei Impfungen empfohlen. Sollte man trotz Impfung erkranken, fällt die Erkrankung in der Regel jedoch weniger schwer aus. Auch ist man vor möglichen Folge-Erkrankungen besser geschützt.

Auf der folgenden Grafik sehen Sie:

Personen, die gegen Mumps geimpft sind, erkranken deutlich seltener an Mumps als Personen, die nicht dagegen geimpft sind: Während von 10.000 Personen ohne MMR-Impfung voraussichtlich 2.400 bis 4.800 Personen erkranken, wenn sie in Kontakt mit dem Virus kommen, erkranken von 10.000 Personen mit MMR-Impfung nur zwischen 72 und 912. Die Grafik verdeutlicht auch, wie häufig bestimmte Krankheitszeichen bzw. schwere Krankheitsverläufe voraussichtlich bei geimpften und ungeimpften Personen auftreten. So werden etwa von 10.000 Personen ohne MMR-Impfung voraussichtlich 2.280 bis 4.560 Personen eine Entzündung der Ohrspeicheldrüse durch Mumps entwickeln, während dies im Vergleich dazu nur bei 68 bis 866 von 10.000 Personen mit MMR-Impfung der Fall ist. Die Zahlen zu Hodenentzündungen bei Jugendlichen bzw. erwachsenen Männern und die Zahlen zu Brustdrüsen- und Eierstockentzündung bei Frauen beziehen sich auf jeweils 10.000 dieses Personenkreises.

Schutz gegen Masern, Mumps und Röteln durch die Impfung
  • erkranken nicht
  • erkranken

Quelle: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (Harding-Zentrum für Risikokompetenz),
Prof. Gerd Gigerenzer und Dr. Felix Rebitschek

Häufige Fragen

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