Allgemeine Informationen über die MMR-Impfung

Masern, Mumps und Röteln werden leicht von Mensch zu Mensch übertragen. Den bestmöglichen Schutz vor einer Ansteckung bietet daher die Impfung. Gegen Masern, Mumps und Röteln wird üblicherweise mit einem Kombinationsimpfstoff geimpft, der gleichzeitig gegen alle drei Krankheiten schützt. Man nennt diesen Impfstoff auch MMR-Impfstoff. Im Folgenden finden Sie ausführliche Informationen zu den Impf-Empfehlungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie zu möglichen Nebenwirkungen der MMR-Impfung.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht Empfehlungen aus, wer wann und wie oft geimpft werden sollte.

Bei den Empfehlungen geht es im Prinzip darum, dass die Menschen gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) geimpft werden, die selbst nicht dagegen geschützt sind und deshalb durch diese Krankheiten gefährdet sind oder andere Gefährdete anstecken könnten. Die STIKO empfiehlt daher nicht nur Kindern und Jugendlichen einen Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln, sondern auch für Erwachsene gibt es Empfehlungen. Die STIKO-Empfehlungen werden im Folgenden näher beschrieben.

Impf-Empfehlungen für Säuglinge und Kleinkinder (11 – 23 Monate)

  • Kleinkinder sollten im Alter von 11 bis 14 Monaten das erste Mal gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden. Die zweite Impfung sollte im Alter von 15 bis 23 Monaten erfolgen.
  • Kinder, die vor dem 11. Monat in Gemeinschaftseinrichtungen aufgenommen werden sollen, können bereits ab dem  9. Lebensmonat geimpft werden. Die zweite MMR-Impfung sollte dann bald nach dem ersten Geburtstag erfolgen.
  • In Einzelfällen (z. B. bei einem Masern-Ausbruch) kann eine Impfung ab dem 6. Lebensmonat erwogen werden. Das sollte mit der behandelnden Kinderärztin oder dem behandelnden Kinderarzt besprochen werden.

Impf-Empfehlungen für Kinder und Jugendliche (2 – 17 Jahre)

  • Bei älteren Kindern oder Jugendlichen ohne ausreichenden Impfschutz wird empfohlen, fehlende Impfungen möglichst schnell nachzuholen.

Impf-Empfehlungen für Erwachsene (ab 18 Jahre)

Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, sollten gegen Masern geimpft werden, wenn:

  • sie nicht geimpft sind
  • in der Kindheit nur eine Masern-Impfung erhalten haben oder
  • nicht klar ist, ob sie geimpft sind.

Die Impfung erfolgt in der Regel mit dem MMR-Impfstoff.

Für die Röteln-Impfung gibt es besondere Empfehlungen für Frauen.

  • Frauen im gebärfähigen Alter sollten zweimal gegen Röteln geimpft worden sein, da Röteln in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim ungeborenen Kind führen können.

Bei unvollständigem Impfschutz sollten die Impfungen möglichst bald nachgeholt werden. Die Impfung erfolgt mit dem MMR-Impfstoff.

Impf-Empfehlungen für medizinisches Personal

Personen, die in der Kinderheilkunde, der Geburtshilfe und der Schwangeren-Betreuung sowie in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten, wird eine MMR-Impfung angeraten, wenn unklar ist, ob sie überhaupt oder vollständig geimpft sind.

Wie bei anderen Impfungen kann es durch die Anregung der körpereigenen Abwehr nach der Impfung häufiger zum Beispiel zu einer Rötung an der Einstichstelle kommen, auch leichtes Fieber ist möglich. Solche Reaktionen nach der Impfung sind in der Regel von kurzer Dauer und klingen ohne Folgen wieder ab. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der leichten Reaktionen auf die Impfung und möglicher Nebenwirkungen.

Mögliche, kurzfristige Reaktionen auf die MMR-Impfung

Bei etwa 500 von 10.000 Geimpften kommt es in den ersten drei Tagen nach der Impfung zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle. Die Einstichstelle kann kurzfristig auch schmerzen.

Bei etwa 10 bis 90 von 10.000 Geimpften schwellen Lymphknoten in der Nähe der Einstichstelle an. Etwas häufiger, bei etwa 500 bis 1.500 von 10.000 Geimpften, werden allgemeine Beschwerden beobachtet wie leichtes bis mäßiges Fieber, Kopfschmerzen, Mattigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden.

Nebenwirkungen der MMR-Impfung: Fieber

Nach einer MMR-Impfung bekommen 500 bis 1.500 von 10.000 Geimpften meist leichtes Fieber (< 39°C). Am häufigsten tritt es ein bis zwei Wochen nach der Impfung auf.

  • bekommt kein Fieber
  • bekommt Fieber

In den ersten vier Wochen nach der Impfung bekommen etwa 200 bis 500 von 10.000 Geimpften so genannte „Impf-Masern“. Impf-Masern sind nicht ansteckend. Sie treten vor allem nach der ersten Impfung auf. Impf-Masern sind mit Fieber und mit einem schwachen masern-ähnlichen Haut-Ausschlag verbunden

Nebenwirkungen der MMR-Impfung: Masern-ähnlicher Hautausschlag

Nach einer MMR-Impfung bekommen 200 bis 500 von 10.000 Geimpften für wenige Tage einen masern-ähnlichen Hautausschlag, der auch „Impf-Masern“ genannt wird.

  • bekommt keinen Hautausschlag
  • bekommt Hautausschlag

Auch eine leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse ist gelegentlich möglich. Von Jugendlichen und Erwachsenen – sehr selten bei Kindern – sind Gelenkbeschwerden berichtet worden. Selten wird eine leichte Hodenschwellung beobachtet.

Solche Reaktionen nach der Impfung sind in der Regel nur von kurzer Dauer und klingen ohne Folgen wieder ab. Sie sind Zeichen der Auseinandersetzung des Abwehr-Systems mit dem Erreger, die zur Bildung von Abwehr-Stoffen führt (Antikörperproduktion).

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Neben den leichten Nebenwirkungen nach der MMR-Impfung kann es in seltenen oder sehr seltenen Fällen auch zu stärkeren Reaktionen des Körpers kommen. Bei Fieber kann sich bei 1 bis 9 von 10.000 geimpften Säuglingen und Kleinkindern ein Fieberkrampf entwickeln. Ein Fieberkrampf tritt vor allem bei Kindern unter einem Jahr auf. Bei einem Fieberkrampf verlieren die Kinder kurzzeitig das Bewusstsein. Die Muskeln können sich verkrampfen. In der Regel hört ein Fieberkrampf von selbst auf und bleibt ohne Folgen. Sprechen Sie es in der Arztpraxis an, wenn Ihr Kind zu Fieberkrämpfen neigt.

Nebenwirkungen der MMR-Impfung: Fieberkrampf

Reagiert der Körper auf die Impfung mit Fieber, kann dies bei Kindern einen Fieberkrampf auslösen. 1 bis 9 von 10.000 Säuglingen und Kleinkindern bekommen in den ersten beiden Wochen nach der Impfung einen Fieberkrampf.

  • bekommt keinen Fieberkrampf
  • bekommt einen Fieberkrampf

In weniger als 1 von 10.000 Fällen sind allergische Reaktionen auf den Impfstoff möglich.

Nebenwirkungen der MMR-Impfung: Allergische Reaktion

Nach einer MMR-Impfung tritt in weniger als 1 von 10.000 Fällen eine allergische Reaktion auf.

  • zeigt keine allergische Reaktion
  • zeigt allergische Reaktion

Bei weniger als 1 von 10.000 Kleinkindern im Alter von 12 bis 24 Monaten verursacht die MMR-Impfung einen Blutplättchen-Mangel, der die Blutgerinnung erschwert. In der Regel verläuft diese Gerinnungsstörung leicht und normalisiert sich wieder innerhalb weniger Tage bis Wochen.

Nebenwirkungen der MMR-Impfung: Blutplättchen-Mangel

Bei weniger als 1 von 10.000 Kleinkindern im Alter von 12 bis 24 Monaten verursacht die MMR-Impfung einen Blutplättchen-Mangel, der die Blutgerinnung erschwert.

  • zeigt keinen Blutplättchen-Mangel
  • zeigt Blutplättchen-Mangel

Wie nach der jeweiligen Krankheit (Masern, Mumps und Röteln) wird auch eine mögliche Gehirn-Entzündung nach der Impfung diskutiert. Jedoch sind weltweit nur wenige Einzelfälle beobachtet worden. Ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung konnte nicht belegt werden.

Schutz gegen Masern, Mumps und Röteln durch die Impfung

Bei Kontakt mit den Viren ist Ihr Kind nach der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln bestmöglich geschützt


Da Masern, Mumps und Röteln von Mensch zu Mensch übertragen werden, verbreiten sie sich besonders schnell, wenn nur wenige Menschen durch eine Impfung geschützt sind. Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger können sich anstecken. Im besten Fall kann sich die Krankheit überhaupt nicht mehr ausbreiten.

Impfungen senken deutlich das Erkrankungsrisiko. Bei Impfungen ist es allerdings wie bei Medikamenten: nicht bei allen Personen wirken sie gleich gut. Am Beispiel der Wirksamkeit des Masern-Impfschutzes kann gezeigt werden, dass 5 bis 10 von 100 Geimpften durch die erste Impfung gegen Masern nicht ausreichend geschützt sind. Durch die zweite Impfung bauen bis zu 99 von 100 Personen einen Impfschutz gegen Masern auf.

Daher sind für Kinder und Jugendliche zwei Impfungen empfohlen. Sollte man trotz Impfung erkranken, fällt die Erkrankung in der Regel jedoch weniger schwer aus. Auch ist man vor möglichen Folge-Erkrankungen besser geschützt.

Die folgende Grafik verdeutlicht den Nutzen der Impfung:
Rechts sehen Sie Personen, die gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft sind. Sie erkranken deutlich seltener an den drei Krankheiten als Personen, die nicht dagegen geimpft sind. Diese sehen Sie links.

Während von 10.000 Personen ohne MMR-Impfung voraussichtlich 9.130 Personen an Masern erkranken, wenn Sie in Kontakt mit dem Masern-Virus kommen, erkranken von 10.000 Personen mit MMR-Impfung nur zwischen 93 und 745 Personen an Masern.

Von 10.000 Personen ohne MMR-Impfung erkranken voraussichtlich 2.400 bis 4.800 Personen an Mumps, wenn sie in Kontakt mit dem Mumps-Virus kommen, wohingegen von 10.000 Personen mit MMR-Impfung nur zwischen 72 und 912 an Mumps erkranken.

Während sich von 10.000 Personen ohne MMR-Impfung voraussichtlich 4.000 bis 9.000 Personen mit Röteln anstecken, wenn sie in Kontakt mit dem Röteln-Virus kommen, stecken sich von 10.000 Personen mit MMR-Impfung nur zwischen 40 und 270 Personen mit Röteln an.

MMR_Balkendiagramm_Nutzen_Impfung.jpg
  • erkranken nicht
  • erkranken

Quelle: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (Harding-Zentrum für Risikokompetenz),
Prof. Gerd Gigerenzer und Dr. Felix Rebitschek

Gemeinschaftsschutz

Impfungen schützen den Einzelnen und die Gemeinschaft durch Herden-Immunität

Geimpfte schützen nicht nur sich selbst vor einer Ansteckung, sondern auch andere, die noch nicht geimpft sind oder nicht geimpft werden können, da sie die Krankheiten nicht weiter verbreiten.

Dies kommt beispielsweise Säuglingen zugute, die für manche Impfungen noch zu jung sind. Ein anderes Beispiel sind Menschen, die aufgrund einer dauerhaften (chronischen) Erkrankung die eine oder andere Impfung nicht bekommen können. Sie sind darauf angewiesen, dass die Menschen in ihrem Umfeld geimpft sind und ihnen Schutz vor der Ausbreitung und Ansteckung mit der Krankheit bieten. Man spricht dann von Herden-Immunität oder Gemeinschaftsschutz.

Der eigene Impfschutz trägt also gleichzeitig zum Schutz der Gemeinschaft bei. Lassen sich ausreichend viele Menschen impfen, so kann verhindert werden, dass Masern sich ausbreiten.

Sehen Sie dazu das folgende Video:

Elimination: Ausbreitung von Masern und Röteln verhindern

Alle Länder der Erde haben sich gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Ziel gesetzt, Masern und Röteln weltweit zu verhindern (zu eliminieren). So auch Deutschland. Masern und Röteln sollen sich also nicht mehr verbreiten. Dies ist möglich, wenn langfristig mindestens 95 von 100 Bürgerinnen und Bürgern gegen diese Krankheiten geschützt sind. Der Anteil an geimpften Personen in der Bevölkerung muss so hoch sein, um vollen Gemeinschaftsschutz zu erreichen, da die Krankheiten sehr ansteckend sind

Durch den Gemeinschaftsschutz wären dann auch Menschen vor einer Ansteckung geschützt, die nicht geimpft werden können.

In einigen Gebieten der Welt sind Masern aufgrund hoher Impfraten in der Bevölkerung so selten, dass diese Gebiete als masernfrei gelten, zum Beispiel Nordamerika und Südamerika.

In Deutschland ist das WHO-Ziel noch nicht erreicht. So kam es in Deutschland in den vergangenen Jahren immer wieder zu Masern-Ausbrüchen.

Die Impfrate bei Kindern

Impfraten bei Schulanfängern

Um einen gut funktionierenden Gemeinschaftsschutz zum Beispiel gegen Masern aufzubauen, müssen mehr als 95 Prozent der Kinder zweimal geimpft sein. 2014 waren in Deutschland kurz vor der Einschulung im Durchschnitt 96,8 Prozent der Kinder einmal gegen Masern geimpft. Allerdings waren nur 92,8 Prozent der Kinder zweimal geimpft. Damit fehlen noch 3,2 Prozent, um die für die Elimination der Masern angestrebte Impfquote von 95 Prozent zu erreichen. Auf der Ebene der Bundesländer wurde diese im Jahr 2014 nur von Mecklenburg-Vorpommern (95,6%) und Brandenburg (95,2%) erreicht.

Kinder (in %), die bei der Einschulung gegen Masern geimpft waren.

Impfquoten bei der Schuleingangsuntersuchung in Deutschland 2014. Zum Schutz vor Ausbrüchen sollten langfristig 95% der Kinder zweimal gegen Masern geimpft sein.

Impfraten bei jüngeren Kindern

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) besitzt die Abrechnungsdaten über erfolgte Impfungen. Das Robert Koch-Institut hat 2016 die Impfraten für Kinder, die im Jahr 2012 geboren wurden, ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass viele Kleinkinder später als empfohlen geimpft werden. Im Alter von 15 Monaten waren erst 86,6 Prozent der Kinder einmal gegen Masern geimpft. Im Alter von 24 Monaten hatten nur 71 Prozent die zweite Impfung erhalten.

Häufige Fragen

Sie möchten noch mehr über die MMR-Impfung wissen? Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen rund um die Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln.