Allgemeine Informationen über Masern

Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten. Sie werden von Mensch zu Mensch zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Auch wenn die meisten Masern-Erkrankungen ohne Folgen ausheilen, sind schwere Krankheitsverläufe und selten auch Todesfälle möglich. Im Folgenden finden Sie ausführliche Informationen zur Ansteckung und zu Krankheitsverläufen sowie möglichen Folge-Erkrankungen.

Mit Masern steckt man sich durch das Masern-Virus an. Das Masern-Virus wird durch Tröpfchen übertragen, zum Beispiel beim Niesen oder Sprechen (Tröpfcheninfektion). Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten.

Masern: Masern sind extrem ansteckend

Ohne Impfschutz stecken sich etwa 95 von 100 Menschen an, wenn sie Kontakt zu einem Erkrankten hatten.

  • erkrankt nicht an Masern
  • erkrankt an Masern

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es etwa ein bis zwei Wochen. Die ersten Beschwerden treten ungefähr 8 bis 10 Tage nach der Ansteckung auf. Bis zum Ausbruch des typischen Hautausschlages dauert es meistens 2 Wochen. Erkrankte sind bereits 3 bis 5 Tage vor dem Auftreten des Hautausschlags und danach noch 4 Tage ansteckend.

Die Masern-Erkrankung beginnt mit starken grippe-ähnlichen Beschwerden: Dazu gehören hohes Fieber, Husten und Schnupfen. Es kann auch sein, dass man im Mund einen weißlichen Belag bekommt (sogenannte Koplik-Flecken). Nach einigen Tagen entwickelt sich der typische Ausschlag der Haut (Masern-Ausschlag) und das Fieber steigt erneut.

Masern: Hautausschlag

9.800 von 10.000 Masern-Erkrankten bekommen einen Hautausschlag.

  • bekommt keinen Hautausschlag
  • bekommt Hautausschlag

Der Ausschlag beginnt im Gesicht und hinter den Ohren, breitet sich dann über den ganzen Körper aus. Der Ausschlag geht nach ungefähr drei bis vier Tagen wieder zurück. Auch das Fieber klingt dann ab. Zwar werden die meisten Masern-Patienten nicht schwer krank. Es sind jedoch schwere und selten auch lebensbedrohliche Krankheitsverläufe möglich.

Masern schwächen über Wochen hinweg das Abwehr-System des Körpers. Deshalb können andere Krankheits-Erreger in den Körper eindringen und leichter Krankheiten auslösen. So kann man in der Folge von Masern an einer Mittelohr-Entzündung, einer Entzündung der Luftwege (Bronchitis) oder einer Lungen-Entzündung erkranken.

In seltenen Fällen kommt es im Zusammenhang mit den Masern zu Gehirnentzündungen.

Masern: Gehirn-Entzündung

Bei 10 von 10.000 Masern-Erkrankten entwickelt sich in Folge einer Erkrankung eine Gehirn-Entzündung.

  • bekommt keine Gehirn-Entzündung
  • bekommt eine Gehirn-Entzündung

Von diesen zehn Erkrankten mit einer Gehirn-Entzündung sterben ein bis zwei. Bei etwa zwei bis drei Betroffenen bleiben schwere Schäden, wie geistige Behinderungen und Lähmungen, zurück.

Sehr selten – in bis zu 1 Fall von 10.000 Masern-Kranken – kann 6 bis 8 Jahre nach der Masern-Erkrankung eine so genannte SSPE, die subakute sklerosierende Panenzephalitis, auftreten.

Masern: SSPE

Als Spätfolge einer Masern-Erkrankung kann eine SSPE auftreten, die immer tödlich verläuft. Eine SSPE entwickelt sich bei 2 bis 6 von 10.000 Kindern, die zum Zeitpunkt der Masern-Infektion jünger als 5 Jahre alt sind. Ältere Erkrankte sind seltener betroffen.

  • bekommt keine SSPE
  • bekommt SSPE

Die SSPE zerstört die Zellen des Gehirns unaufhaltsam und schleichend und führt nach wenigen Jahren zum Tod. In Deutschland traten von 2003 bis 2009 insgesamt 19 SSPE-Fälle bei Kindern unter 16 Jahren auf.

Die Ursache der Masern kann man nicht behandeln. Gegen die Masern-Viren selbst gibt es kein Medikament. Beschwerden können gelindert werden, wie zum Beispiel hohes Fieber. Die Masern schwächen das Abwehr-System des Körpers über Wochen hinweg. Als Folge kann vorübergehend eine erhöhte Empfänglichkeit für zusätzliche bakterielle Erkrankungen (bakterielle Superinfektionen) bestehen, zum Beispiel eine Entzündung des Mittelohrs, eine Entzündung der Luftwege oder eine Lungen-Entzündung.

Diese durch Bakterien verursachten Erkrankungen können mit Antibiotika behandelt werden. Antibiotika helfen aber nicht gegen die Masern-Viren selbst. Den bestmöglichen Schutz vor Masern bietet die Impfung.

Schutz gegen Masern, Mumps und Röteln durch die Impfung

Bei Kontakt mit den Viren ist Ihr Kind nach der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln bestmöglich geschützt

Da Masern, Mumps und Röteln von Mensch zu Mensch übertragen werden, verbreiten sie sich besonders schnell, wenn nur wenige Menschen durch eine Impfung geschützt sind. Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger können sich anstecken. Im besten Fall kann sich die Krankheit überhaupt nicht mehr ausbreiten.

Impfungen senken deutlich das Erkrankungsrisiko. Bei Impfungen ist es allerdings wie bei Medikamenten: Nicht bei allen Personen wirken sie gleich gut. So sind beispielsweise 5 bis 10 von 100 Geimpften durch die erste Impfung gegen Masern nicht ausreichend geschützt. Durch die zweite Impfung bauen bis zu 99 von 100 Personen einen Impfschutz auf.

Daher sind für Kinder und Jugendliche zwei Impfungen empfohlen. Sollte man trotz Impfung erkranken, fällt die Erkrankung in der Regel jedoch weniger schwer aus. Auch ist man vor möglichen Folge-Erkrankungen besser geschützt.

Die folgende Grafik verdeutlicht den Nutzen der Impfung:
Rechts sehen Sie Personen, die gegen Masern geimpft sind. Sie erkranken deutlich seltener an Masern als Personen, die nicht dagegen geimpft sind. Diese sehen Sie links. Während von 10.000 Personen ohne MMR-Impfung voraussichtlich 9.130 Personen erkranken, wenn Sie in Kontakt mit dem Virus kommen, erkranken von 10.000 Personen mit MMR-Impfung nur zwischen 93 und 745 Personen. Die Grafik verdeutlicht auch, wie häufig bestimmte Krankheitszeichen bzw. schwere Krankheitsverläufe voraussichtlich bei geimpften und ungeimpften Personen auftreten. So werden etwa von 10.000 Personen ohne MMR-Impfung voraussichtlich 9.124 Personen Fieber durch Masern entwickeln, während dies im Vergleich dazu nur bei 91 bis 730 von 10.000 Personen mit MMR-Impfung der Fall ist.

  • erkranken nicht
  • erkranken

Quelle: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (Harding-Zentrum für Risikokompetenz),
Prof. Gerd Gigerenzer und Dr. Felix Rebitschek

Häufige Fragen

Sie möchten noch mehr über Masern wissen? Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zu Masern.